Küchenschubkasten mit Besteckeinsatz und Messerblock aus Eiche
EicheKüche planenKüchenRatgeber6 Min. Lesezeit

Schubkästen in der Küche: Wie viele Du brauchst und was wohin gehört

Besteck, Messer, Töpfe, Deckel, Pfannen, Gewürze und Müll: Wie viele Schubkästen eine Küche braucht und wie man sie sinnvoll aufteilt – aus der Planungspraxis unserer Tischlerei.

Bei der Planung einer Küche reden alle über Fronten, Farben und Arbeitsplatten. Ob die Küche im Alltag funktioniert, entscheidet sich aber dahinter: in den Schubkästen. Wo liegen die Messer? Wohin mit den Topfdeckeln? Und wo steht der Mülleimer, wenn man beim Gemüseschneiden die Schalen loswerden will? Wir gehen die Fragen durch, die wir in fast jedem Planungsgespräch klären.

Geöffneter Küchenschubkasten mit Besteckeinsatz und Messerblock aus Eiche

Wie viele Schubkästen braucht eine Küche?

Mehr, als die meisten denken – und fast immer mehr als Türen. Unterschränke mit Schubkästen sind praktischer als Unterschränke mit Türen und Fachböden: Man sieht von oben, was drin ist, und muss nicht auf den Knien nach hinten greifen. Als Faustregel planen wir in einer normalen Küchenzeile:

  • Einen flachen Schubkasten für Besteck, direkt neben der Spülmaschine oder dem Hauptarbeitsplatz.
  • Ein bis zwei flache Schubkästen für Messer, Kochbesteck, Gewürze oder Kleinteile wie Küchenwecker, Thermometer, Gummibänder.
  • Zwei bis drei tiefe Schubkästen für Töpfe, Pfannen, Schüsseln und Vorräte – idealerweise unter oder neben dem Kochfeld.
  • Einen Auszug für den Müll, meist unter oder direkt neben der Spüle.

Wie viele es am Ende werden, hängt davon ab, wie Du kochst. Wer jeden Tag frisch kocht, braucht mehr Platz für Töpfe und Vorräte. Wer viel Geschirr hat, aber wenig kocht, braucht eher hohe Auszüge für Teller und Schüsseln. Deshalb fragen wir im ersten Gespräch nicht nur nach Maßen, sondern auch danach, was in Deinen Schränken liegt.

Besteck und Kochbesteck

Der Besteckschubkasten ist der meistgenutzte Schubkasten der Küche. Er gehört dorthin, wo man ausräumt und den Tisch deckt – also neben die Spülmaschine. Ein passgenauer Besteckeinsatz sorgt dafür, dass nichts rutscht und nichts klappert. Kochlöffel, Pfannenwender und Schöpfkellen bekommen am besten einen eigenen Schubkasten in der Nähe des Herds, sonst wird der Besteckkasten schnell zur Rumpelkammer.

Geöffneter Besteckschubkasten in einer Küche mit Linoleumfronten in Pewter

Das gute Messer: ein eigener Platz

Ein gutes Messer wird nicht nur vom Schneiden stumpf, sondern auch vom Liegen: Wenn es lose im Schubkasten an anderen Messern, Löffeln und Dosenöffnern reibt, leidet die Schneide in kurzer Zeit. Deshalb planen wir einen Messerblock im Schubkasten – einen Einsatz aus Holz, in dem jedes Messer seinen eigenen Platz hat. Bei Schubkästen aus massiver Eiche richten wir die Aufteilung nach Deinen Messern aus, vom kleinen Schälmesser bis zum langen Brotmesser. Die Klingen berühren sich nicht, die Griffe liegen griffbereit oben, und die Arbeitsplatte bleibt frei. Wer seine Messer zeigen möchte, bekommt alternativ eine Magnetleiste an der Wand.

Töpfe, Pfannen und Deckel

Töpfe und Pfannen gehören in tiefe Schubkästen direkt unter oder neben das Kochfeld. So greift man beim Kochen nach unten, nicht quer durch die Küche. Damit die Deckel nicht kreuz und quer neben den Töpfen liegen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Ein Deckelhalter an der Innenseite des Schubkastens oder als Einsatz, in dem die Deckel senkrecht stehen.
  • Ein eigener, flacher Auszug nur für Deckel, direkt über dem Topfschubkasten.
  • Verstellbare Trennstege, mit denen Töpfe, Pfannen und Deckel jeweils eigene Fächer bekommen.

Pfannen lassen sich gut senkrecht stellen, wie Bücher im Regal. Das spart Platz, und man zieht die richtige Pfanne heraus, ohne den ganzen Stapel anzuheben. Wer Pfannen lieber aufhängt, plant eine Stange oder Leiste an der Wand über dem Kochfeld ein – dann sollte die Wand aber leicht zu reinigen sein.

Teller und Schüsseln im Schubkasten

Teller müssen nicht im Hängeschrank stehen. In einem tiefen Schubkasten mit Tellerhalter – verstellbaren Stäben aus Holz – stehen sie sicher, und man räumt sie von oben ein, ohne sich zu strecken. Das ist besonders praktisch, wenn Kinder mithelfen oder die Küche ohne Oberschränke geplant ist.

Gewürze griffbereit

Gewürze liegen am besten in einem flachen Schubkasten direkt neben dem Herd, schräg in einem Einsatz mit Stufen, damit man die Etiketten von oben lesen kann. Das ist übersichtlicher als ein Gewürzregal an der Wand – und die Gewürze liegen dunkel, was ihnen guttut.

Wohin mit dem Müll?

Der Mülleimer ist eines der größten Themen in der Küchenplanung – und einer der am häufigsten falsch platzierten. Er gehört dorthin, wo Abfall entsteht: unter oder direkt neben die Spüle, im Idealfall in einem Auszug mit mehreren Behältern für Restmüll, Verpackungen, Papier und Bioabfall. Wer viel frisch kocht, kann über eine Öffnung in der Arbeitsplatte nachdenken, durch die man Schalen und Reste direkt vom Schneidebrett in den Biobehälter darunter schiebt. Das planen wir gemeinsam mit Dir, abgestimmt auf Platte und Unterschrank.

Was es sonst noch gibt

  • Vorratsauszüge für Nudeln, Reis und Konserven, oft als hoher Auszug im Hochschrank.
  • Brotfach mit Deckel aus Holz, das zugleich als Schneidbrett dient.
  • Folien und Tücher in einem flachen Schubkasten mit Einsatz, nah an der Arbeitsfläche.
  • Putzmittel in einem eigenen Auszug unter der Spüle, getrennt vom Müll.
  • Ladestation für Handy und Tablet in einem Schubkasten, damit die Arbeitsplatte frei bleibt.

Standard oder Eiche: unsere Schubkästen

Standardmäßig bauen wir Schubkästen von Blum ein: robust, mit Dämpfung leise, mit Vollauszug – und wie alle unsere Schubkästen auf Maß angepasst. Korpus und Schubkästen sind dabei einheitlich in Lichtgrau gehalten. Auf dem hellen Grau sieht man nicht jeden Fleck, und der Blick in den Schrank fällt nicht in ein dunkles Loch, sondern auf eine ruhige, helle Fläche, in der man alles findet. Warum wir uns für Lichtgrau entschieden haben, erklären wir hier.

Gegen Aufpreis fertigen wir Schubkästen aus massiver Eiche in unserer Werkstatt in Berlin-Tempelhof. Hier bestimmst Du die Aufteilung ganz selbst: Wir planen das Innenleben nach dem, was Du wirklich besitzt. Jedes Messer bekommt seinen eigenen Platz, jeder Deckel sein Fach, das Besteck genau so viele Fächer, wie Du brauchst. Wie das aussieht, zeigen unsere Projekte, etwa die Wohnküche im Berliner Zimmer oder die Küche mit Insel in Smokey Blue.

Häufige Fragen

Schubkästen oder Türen im Unterschrank?

Fast immer Schubkästen. Sie sind übersichtlicher und ergonomischer, weil man von oben hineinsieht. Türen sind nur dort sinnvoll, wo große, sperrige Dinge stehen oder hinter der Front Technik sitzt.

Standard-Schubkasten oder Eichen-Schubkasten?

Die Schubkästen von Blum in Lichtgrau sind unser Standard: robust, leise, auf Maß angepasst und farblich einheitlich mit dem Korpus. Schubkästen aus massiver Eiche sind die handwerkliche Variante gegen Aufpreis – mit einer Aufteilung, die ganz nach Deinem Besteck, Deinen Messern und Deinem Geschirr gebaut wird.

Wie hoch sollten Schubkästen sein?

Für Besteck und Messer reichen flache Schubkästen. Für Töpfe, Schüsseln und Vorräte planen wir hohe Auszüge. Die genauen Maße richten wir nach Deinem Geschirr – bring gern Deinen größten Topf zum Gespräch mit.

Kann ich das Innenleben später ändern?

Ja. Trennstege und Einsätze lassen sich so planen, dass man sie umstecken oder austauschen kann, wenn sich die Küche oder das Geschirr ändert.

Du planst eine neue Küche? Wie wir vorgehen, steht auf Küchen nach Maß, was sie kostet, auf Was kostet eine Tischlerküche? Oder Du buchst direkt ein Erstgespräch.

Fotos: Sebastian Fengler.

Tiefer Schubkasten mit Innenleben aus massiver Eiche in einer Küche mit Fronten in Smokey Blue
Alle Einblicke